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O’ahu

Zurueck auf O’ahu quartierten wir uns wieder im Waikiki Hostel, dass wir von unseren ersten Tagen auf Hawaii schon kannten, ein. In diesem Hostel fuehlten wir uns schon so richtig zuhause.
75% der Einwohner des Staates leben auf dieser Insel. In der Hauptstadt alleine leben 750’000 Menschen. Die ganze Nacht durch hoert man die Polizeisirenen – eine richtige US-amerikanische Stadt halt. O’ahu entstand vor 2,5 bis 3 Millionen Jahren aus der Eruption zweier Vulkane. Ueberbleibsel dieser Vulkane sind die Bergketten Ko’olau und Wai’anae.

Ausserdem erhielten wir auf dieser Insel Besuch von Cassi’s Eltern. Ihr Hotel befand sich ca. vier Gehminuten von unserem entfernt, wo es dann am Tag unserer Rueckkehr auf die Insel das erste Wiedersehen seit 4,5 Monaten gab.
Insgesamt hatten wir also noch acht Tage auf der Insel, an denen wir die grossen Shopping Center in Honolulu und Waikiki durchstoeberten und den ein oder anderen Drink in einer Strandbar zu uns nahmen.
Fuer zwei Tage mieteten wir uns noch einmal ein Auto mit dem wir den Suedosten, das Zentrum und die Nordkueste besser unter die Lupe nahmen. Wir bestiegen den Diamond Head und schauten lebensmueden Bodysurfer am Sandy Beach weiter oestlich zu.
Wir besuchten Pearl Harbor, U-Boot Stuetzpunkt, Flottenbasis und militaerisches Oberkommando der Amerikaner für den gesamten Pazifikraum. Bekannt wurde der US-amerikanische Marinestuetzpunkt durch den japanischen Ueberraschungsangriff auf die dort stationierten Amerikaner am 7. Dezember 1941. Die Vereinigten Staaten traten daraufhin in den Zweiten Weltkrieg ein. Rund 40’000 Soldaten sind momentan auf O’ahu stationiert.
Im Zentrum O’ahu befindet sich die weltberuehmte Dole Pineapple Plantage, bei der wir ebenfalls stoppten und eine Rundfahrt um eines der vielen grossen Ananasfelder machten.
An der Nordkueste O’ahu’s finden alljaehrlich im Winter unteranderem drei der groessten Surfwettbewerbe der Welt statt. Dann naemlich koennen die Wellen bis zu 15 Meter hoch werden. Die hoechsten surfbaren Wellen der Welt. Ausserdem gilt das Nortshore auch als beliebter Drehplatz fuer bekannte Filme wie Jurassic Park, 50 erste Dates und auch die Serie Lost wurde hier gedreht. Das schwer findbare Camp der gestrandeten vom Lost Flug Oceanic 815, verfehlten wir, wie wir spaeter herausgefunden haben, nur knapp. Immerhin standen wir wenige Meter daneben.

Fuer Cassi’s Geburtstag zogen wir als eine Ueberraschung von mir in das schoene Hotel Outrigger gleich am Strand und gegenueber vom International Marketplace, wo drei mal die Woche der Farmer Market stattfindet. Fuer die letzten zwei Naechte auf Hawaii hatten wir ein riesiges Zimmer mit Sicht auf das Meer welches wir sehr genossen haben.

Nach 2,5 schoenen Wochen auf Hawai’i mussten wir uns auch von hier wieder verabschieden. Wir hatten noch einen Monat Kalifornien vor uns. Der letzte Monat unserer Reise.

Seufz.

Um dem Jetlag gleich von Beginn weg entgegen zu wirken gings nach einem langen Tag und anschliessendem siebenstuendigen Flug nicht direkt ins Bett. Schliesslich hatten wir ja in Hawai’i schon wieder morgen. Wie meistens in einer neuen unbekannten Stadt spazierten wir einfach mal ohne Ziel drauf los um die Gegend kennenzulernen. Unser Hostel, welches wir vorrausschauend noch in Peking fuer die ersten zwei Naechte auf Hawaii gebucht hatten, befand sich mitten in Honolulu’s Touristenstadtteil Waikiki. Was nicht unbedingt schlecht war. Immerhin waren wir umrundet von Restaurants und Shops, was in Downtown Honolulu nicht unbedingt der Fall sein muss. Denn die Hochhaeuser da dienen dem reinen Business und auch die meisten Restaurants, ausser in Chinatown, haben nur Montag bis Freitag ueber Mittag offen. Nach ueber 30 Stunden ohne Schlaf und einem langen Spaziergang bei dem uns schon beim gehen die Augen zufielen gings dann aber bald ins Bett und schon hatten wir uns am naechsten Tag an die neue Zeit gewohnt.

Unser 2 taegiger Aufenthalt auf der Insel Oahu galt aber hauptsaechlich der Suche nach einem guten Angebot fuer Fluege auf andere Inseln. So buchten wir schlussendlich online einen Flug von Honolulu nach Hilo auf Big Island, einen Flug von Hilo nach Kahului auf der Insel Maui und dann einen Flug zurueck nach Honolulu auf der Insel Oahu. Alle drei Fluege buchten wir ueber Hawaiian Airlines und konnten auch gleich ueber die ganze Zeit ein Mietauto mit einbeziehen.

Nach unserem ersten Flug kamen wir also auf der groessten Insel des Bundesstaates Hawai’i an. Aufgrund der Vulkaneruption waechst diese Insel uebrigens im Jahr durchschnittlich einen Quadratmeter. Big Island besteht aus fuenf grossen Vulkanen. Kohala (erloschen) im Norden, Hualalai im Westen (zum letzten Mal im 19. Jahrhundert aktiv), Mauna Kea im Osten (letzter Ausbruch vor 4000 Jahren), Mauna Loa im Sueden, und Kilauea im Suedosten. Sowohl Mauna Loa als auch Kilauea sind sehr aktiv, wobei die aktuelle Eruption des Kilauea bereits seit 1983 andauert. Kilauea war auch einer der Hauptgruende wieso wir uns unter anderem fuer diese Insel entschieden hatten. Denn der Volcanoes Nationalpark ist die groesste Attraktion der Insel und auch eine der groessten des ganzen Staates. Naeher wie hier kommt man sonst fast nirgends an einen so aktiven Vulkan heran.
Wir entschieden uns jedoch vorerst ueber Norden in Richtung Westen der Insel, nach Kailua-Kona, zu fahren. Kona ist unter anderem fuer denn alljaehrlich hier stattfindenden Ironman-Hawaii Wettbewerb bekannt. Uebrigens ist Big Island die einzige Insel auf der man ein richtiges Road Trip Feeling bekommt. Immerhin ist diese Insel mehr als doppelt so gross, wie alle anderen hawaiianischen Inseln zusammen. Die Strassen ziehen sich hier sehr in die laenge, was wir leicht unterschaetzten. Nach ueber drei Stunden kamen wir schliesslich in Kona an und fanden nach langer Suche eine Uebernachtungsgelegenheit in einem Hostel/Gaestehaus/Inn wo man nur Barfuss herumgehen durfte und wir eine Wohnung mit einem jungen Paar aus Malaysia teilten. Zum Glueck wars nur fuer eine Nacht. Frueh am naechsten Morgen zogen wir wieder los in Richtung Sueden, mit dem Ziel, den Vulkan und seine Lavafelder noch am selben Nachmittag zu erkunden. Und eine Bett fuer die Nacht musste auch noch gefunden werden. Auf dem Weg lagen dutzende Kaffeeplantagen. Kaffee- und Bananenplantagen sind neben dem Tourismus die Hauptverdienstquellen der ueber 170000 Einwohner der Insel. Der Konakaffee wird als eine Spezialitaet Hawaii’s auf allen Inseln verkauft. Fuer uns wars jedoch nichts anderes als normaler Kaffee. Ebenfalls auf dem Weg stoppten wir im Pu’uhonua o Honaunau Historical National Park, eine im 17. Jahrhundert erbaute Tempelanlage und die einzige nahezu vollständig erhaltene Kultstätte auf Hawaii. Der Name bedeutet “Staette der Rettung und Zuflucht von Honaunau”. An diesem fuer die Ureinwohner heiligen Ort fanden Gesetzesbrecher Schutz vor den Krieger des Haeuptlings und konnten von einem Priester begnadigt werden. Ebenfalls auf unserer Route lag der suedlichste Punkt der USA, Ka Lae. Dieser Punkt liegt 630 km naeher am Aequator als Key West, der suedlichste Punkt des Festlandes der USA. Wobei Key West eigentlich auch nur wegen der Bruecke ueberhaupt zum Festland gehoert.
Dank unserer fruehen Abfahrt am morgen, kamen wir also schon gegen Mittag in Volcano Village an. Eine sehr kleine Ortschaft mit einem Cafe, einer Tankstelle und einem Tankstellenshop. In unserem Lonely Planet stand was von einem Bed & Breakfast wo wir dann auch gleich vorbeischauten. Das grosse Einfamilienhaus sah aus wie ein Hexenhaus und war schon fast verkleidet von lauter Spinnennetzen. Im Buch stand zwar, man sollte sich von der Aussenansicht des Hauses nicht abschrecken lassen. Wir waren also vorbereitet, aber trotzdem geschockt und wollten auch gleich wieder gehen. Da kam aber gleich der japanische Besitzer mit seinem Auto angefahren und wir schauten uns trotzdem mal noch alles an. Der Besitzer war sehr freundlich und die Zimmer waren tatsaechlich sehr schoen und sehr sauber. Wir hatten also noch den ganzen Nachmittag fuer den Volcanoes National Park. Wir fuhren die Chain of Craters Road vom Vulkan ueber die Lavafelder herunter bis an die Kueste. Was man von hier aus aber nicht sehen konnte, war der Ort wo momentan das Lava ins Meer fliesst. Dieser Ort befand sich auf der anderen Seite der Lavafelder. Die Strasse war ueberall ueber das Lava geteert und man konnte immer nachlesen von welcher Zeit dieses Feld stammte. Das gefaehrliche und giftige Schwefeldioxid konnte man uebrigens riechen. Die Strasse war nach ca. einer Stunde fahrt aber fertig, da das Lava 2007 hier ueber die Strasse fliess und die Chain of Craters Road somit verkuerzte. So parkten wir halt unser Auto und gingen ein Stueckchen zu Fuss weiter ueber das Lava der ueberfluteten Strasse nach. Strassenschilder wie “Road closed” gucken hier noch aus dem erstarrten schwarzen Lavagestein. Wir nahmen uns vor, am naechsten Tag auf die andere Seite der riesigen Lavafelder zum fliessenden Lava zu fahren. Zurueck in der Ortschaft Volcano, besuchten wir die wohl einzige Gelegenheit im Dorf was zu essen und assen tatsaechlich eine der besten Pizza seit langem. Am naechsten Tag gings wieder frueh los. Wir fuhren Richtung Hilo, die Hauptstadt der Insel. Von Hilo aus wollten wir direkt weiter ueber die bekannte Saddle Road auf den Mauna Kea, dem hoechsten Berg auf Hawai’i. Im Gegensatz zu seinem Nachbarn Mauna Loa (nur 30 Meter weniger hoch) ist der Mauna Kea zurzeit nicht aktiv und gilt als schlafender Vulkan. Sein Alter wird auf 1 Million Jahre geschaetzt. Die letzte aktive Phase fand vor ca. 6000 bis vor 4000 Jahren statt, mit mindestens sieben Ausbruechen. Es gab bereits zuvor Ruhephasen mit einer laengeren Dauer als 4500 Jahre, insofern ist die gegenwaertige lange Ruhephase nicht unbedingt ein Zeichen für einen erloschenen Vulkan. Auf 4207 Meter hoehe wurde die Luft schon ganz schoen duenn und wir mussten auch im Basiscamp eine 30 Minuetige Pause einlegen um uns an die duenne Luft zu gewoehnen und die gefaehrliche Hoehenkrankheit zu vermeiden. Auf dem Gipfel des Berges befindet sich eine Gruppe internationaler Observatorien die zusammen die groesste Sternwarte der Welt bilden. Darunter befinden sich zwei der zurzeit Leistungsfaehigsten Teleskope weltweit mit ihren 10 Meter Spiegel.
Zurueck in Hilo mussten wir zuerst mal wieder ein Schlafplatz finden. Bei einem ehemaligen historischen Hotel, dass heute ein Hostel ist wurden wir fuendig. Fuer das 1 Dollar Kino, wo wie es der Name schon sagt fuer einen US Dollar aktuelle Kinofilme geschaut werden koennen, blieb keine Zeit mehr uebrig, da wir immer noch vorhatten zum fliessenden Lava, rund 45 km suedlich, zu fahren. Nach einem Besuch in der oertlichen Pub und ein paar Smalltalks mit einheimischen Farmer spaeter gings dann gegen Abend dahin. An jenem Ort angekommen, spazierten wir von einem Parkplatz ueber einen Fussgaengerweg ueber das Lava welches hier vor 8 Jahren die Strasse ueberflutet hatte. Ueberall wird auf Schildern fuer Land auf dem Lava geworben und tatsaechlich gibt es auch schon das ein oder andere Haus, dass seinen Platz auf den pechschwarzen Lavasteinen gefunden hat. Auf dem Berghang, der sich vom Vulkan runter an die Kueste neigt, rauchte es schon gewaltig und je dunkler es wurde, desto besser sah man die Gluht aus der Ferne. Am Ende des Weges, wurden wir uebrigens von einer dunklen Lavaflut enttaeuscht. Wir kamen sechs Tage zuspaet, denn da war die Lava hier noch richtig fluessig und gluehend. Diese hier war nur noch sehr heiss und raeuchte hie und da noch ein bisschen. Das richtig fluessige Lava befand sich weiter hinten, wohin der Zutritt wegen der immernoch heissen, aber schon schwarzen Lava nicht moeglich war. Immerhin sahen wir auf dem Berghang eine riesige Masse an fluessigem Lava den Berg hinunterstroemen. Wir machten uns auf den Weg zurueck nach Hilo, wo wir am naechsten Tag den ersten Direktflug nach Kahului auf Maui nahmen.

Fuenf Naechte auf Maui waren geplant und im Gegensatz zu Big Island buchten wir hier gleich fuer die gesamte Zeit ein Zimmer im Banana Bungalow im zentralen Wailuku. Ein grosser Fehler wie sich spaeter herausstellte. Die Insel ist zwar immernoch die zweitgroesste auf Hawaii, aber trotzdem schon viel viel kleiner als Big Island. Hauptsaechlich besteht Maui aus zwei erloschenen Vulkane, einen im Westen und einem Osten. Diese Vulkane werden mit einem flachen Tal in der Mitte verbunden. Desshalb ist die Insel auch als Valley Isle bekannt. Auf dem flachen Teil der Insel im Tal liegt ein grosser Teil der insgesamt auf der ganzen Insel 150 Quadratkilometer Zuckerrohrplantagen. Mit unserem gemieteten Subaru Impreza gings gleich am ersten Tag in Richtung Westen. Wir umrundeten die gesamte Westhalbinsel. Die Strasse schlaengelte sich nur so ueber die Klippen und Bruecken der Kueste nach. Unterwegs konnten Kokosnuesse und Ananas aus dem hauseigenen Garten der Einwohner gekauft werden. Unser Favorit war aber das selbstgebackene Bananenbrot und nach aussagen der wohl selbstsichersten Verkaeuferin der Welt, das beste Bananenbrot der Welt. Nach einer kurvenreichen Fahrt mit fantastischen Ausblicken kamen wir in der touristischen Stadt Lahaina an. Lahaina bedeutet im hawaiischen soviel wie “Gnadenlose Sonne”. Die ehemalige Walfaengerstadt gefiel und sehr gut und hatte einen tollen Flair. Am zweiten Tag auf Maui wollten wir die beruehmte Strasse “Road to Hana” fahren. Diese Strasse fuehrte uns ueber 80 Kilometer noerdlich der Osthalbinsel ueber 54 Bruecken und unzaehlige Kurven in die Ortschaft Hana am oestlichen Ende der Insel. Auf dem Weg lagen ebenso viele Wasserfaelle und Straende. Hundselend von der Fahrt war es uns also als wir gegen Abend zurueck in Wailuku ankamen. Ausserdem hat uns die Strasse gegen Westen nach Lahaina viel besser gefallen als diejenige gegen Osten. Wir nahmen uns vor am naechsten Tag frueh auf den 3040 Meter hohen Vulkan, Haleakala, im Osten zu fahren und fuer den Nachmittag einen schoenen Strand an der Suedkueste zu finden. Am naechsten Tag und nach 1,5 Stunden Fahrt oben angekommen erwartete uns ein farbenpraechtiges Panorama. Die Landschaft hier sah aus wie die Erde an ihrem Schoepfungstag. Die Farbenvielfalt wird verursacht durch die je nach Zusammensetzung rot, gruen, blau oder gelb schimmernde Lava. Auf Wanderwegen ist der über 1000 Meter tiefe Krater gut begehbar. Die Aussicht die wir hier hatten, war die schoenste seit derjenigen die wir noch im Januar auf den Drakensbergen in Suedafrika hatten. Aber das Panorama von den Drakensberge hat auch dieses auf Haleakala noch nicht ueberbieten koennen.
Es ging also wieder den Berg hinunter und in Richtung Suedkueste. Wir suchten einen richtig schoenen Strand fuer den Nachmittag, was sich ganz schoen schwierig gestalten kann, wenn es sich um zwei Strandverwoehnte handelt, die einen schoenen Strand suchen. Nach den Straenden in Suedafrika und Australien, keine leichte Aufgabe. Doch wir wurden fuendig. Auf dem Weg in Richtung Suedosten hielten wir am Strassenrand und durchquerten den ca. 200 Meter breiten Waldstreifen. Dahinter befand sich ein Strand der tatsaechlich mit den Straenden in Australien oder Suedafrika mithalten konnte. Er war ca. ein Kilometer lang, 100 Meter breit und so gut wie menschenleer. Im hintersten Teil befanden sich ein paar Badelustige und sogar Rettungsschwimmer. Auf unserer Seite des Strandes waren wir so gut wie alleine. Die Wellen waren allerdings um die 2-3 Meter hoch und die Rueckstroemung sehr stark. Die Wellen brachen sehr spaet, also das heisst, so gut wie erst auf dem Sand. Was natuerlich zur Folge hatte, dass man in ca. drei Meter Entfernung zum Strand im Wasser schon nicht mehr stehen konnte. Doch wir hatten Fun beim Wellenbodyreiten. Die Wellen schleuderten uns jedesmal zurueck auf den Sand, so dass unsere Arme schon blutig aufgekratzt waren. Hierher kehrten wir in den restlichen Tagen nocheinmal zurueck. Ebenfalls in den letzten Tagen auf Maui besuchten wir noch das Iao Valley, welches praktisch vor unserer Haustuere lag. Ca. acht Kilometer fuehrt eine Strasse in die Sackgasse im Iao Tal. Am Ende der Strasse liegt schliesslich das Wahrzeichen des Tales, der 370 m hohe Iao Needle, ein Monolith, ueberwuchert von ueppigem Dschungel, ueber dem Tal. Wir spazierten ueber die schoenen Wege entlang des Iao River zu einigen Aussichtspunkten. Im Jahre 1790 fuehrte hier Koenig Kamehameha I die entscheidende Schlacht um Maui und besiegte Koenig Kahekili.

Doch warum war es ein Fehler gleich fuer die gesamte Zeit im Banana Bungalow in Wailuku zu wohnen? Bei unserer Ankunft wurden wir schon stutzig, als der Typ an der Rezeption uns sagte dass es keine Rueckerstattungen geben wird, aber wir trotzdem schon alle fuenf Naechte bezahlen muessen. Daraufhin wollten wir erstmal das Zimmer checken. Das Zimmer sah eigentlich ganz toll aus. Sauber und freundlich. Die Badezimmer im Korridor sahen dreckig aus, aber es sah auch so aus als ob die Putzfrau die daneben stand es gleich putzen wuerde. Wir checkten daraufhin ein. Nach drei Naechten und Cassi von Bettwanzenbissen, die wir zu Beginn fuer Mueckenstiche hielten, uebersaeht reklamierten wir an der Rezeption die uns auch gleich ein neues Zimmer gaben. Ausserdem glauben wir, dass das Badezimmer an jenem Tag bei unserem Check-In doch schon geputzt gewesen haette sein sollen. Wir haben es auf jedenfall nie sauberer gesehen. Auf unserer Etage lebten etwa 40 Gaeste, die alle zusammen vier Badezimmer zur Verfuegung hatten. Das waren die schlimmsten Badezimmer die wir auf unserer Reise bis jetzt gesehen haben – Das war das schlimmste Hostel, dass wir auf unserer Reise gesehen haben.
Wir waren heilfroh, dass wir zurueck nach Oahu in unser Hostel in Waikiki ziehen konnten, wo wir uns wie zuhause pudelwohl fuehlten.

Aber trotzdem – Maui, aber auch Big Island hat uns sehr gut gefallen. Vorallem “unser” Strand an der Suedostkueste Maui’s vermissen wir jetzt noch. Nach einer guten halben Stunde Flug landeten wir wieder in Oahu, wo wir die letzten acht Tage verbrachten.
Cassi’s Eltern waren fuer ihren Geburtstag extra angereist und so gab es nach 4,5 Monaten das erste Wiedersehen.

Wir landeten gegen den Abend am Narita Airport in Tokyo. Welcher eigentlich gar nicht mehr zu Tokyo gehoert. Immerhin braucht man mit dem Zug 1,5 Stunden bis an den naechsten Bahnhof an der Circle Line, die Tokyo’s Zentrum umkreist. Da wir zu knapp gebucht hatten, buchten wir fuer die ersten drei Naechte ein Ryokan (jap. Gaestehaus) relativ weit ausserhalb der Stadt, weil unser gewuenschtes Hostel in der Stadt fuer diese Naechte schon ausgebucht war. Nach einer ca. 2,5 Stuendiger Zugfahrt vom Flughafen zur Chidori-Cho Haltestelle, welche wenige Meter neben dem Gaestehaus lag, wurden wir von einem wunderschoenen Gaestehaus (Ryokan Kangetsu) ueberrascht. Haetten wir dass gewusst, waeren wir fuer die gesamte Zeit hier geblieben. Wir erhielten ein traditionell japanisches Zimmer, mit duennen Matrazen direkt auf den Bambusboeden. Klein aber fein. TV, Kuehlschrank, grosszuegige Schraenke, alles fand in dem kleinen Zimmerchen platz. Im Badzimmer hatte ebenfalls nur eine Person platz. Die HighTech Toilette war schon fast unter dem Waschbecken, welches sich wiederum auch schon fast wieder in der Dusche befand. Ja, HighTech Toilette. Fuer den treffsicheren Wasserstrahl konnten Temperatur und Druck zur Reinigung nach dem erledigten Geschaeft dezimal genau eingestellt werden. Ausserdem gab es einen japanisches Garten mit zwei Gemeinschaftsraeumen wo sich Massagesitze, DVD-Player, eine Bibliothek und Computer befanden. Es gab auch traditionell japanische Baeder, die wir aber nie ausprobiert haben.

Im Allgemeinen fuehlten wir uns in der 13 Millionen Metropole pudelwohl.
Die Strassen waren wieder sehr sauber und wir konnten uns wieder auf anderes konzentrieren als aufzupassen, wo man reintritt. Die Menschen sind sehr freundlich, entschuldigten und verbeugten sich abermale wenn sie jemanden ausversehen angerumpelt haben. Der oeffentliche Transport war zwar sehr teuer, im Gegensatz zu Bangkok und Peking wo man stets nur 10-20 Rappen bezahlte fuer eine Fahrt bezahlte man hier 2-3 Franken und ein Tagesabonnement kostete 17 Franken. Aber das wussten wir ja. Tokyo ist ja immerhin seit 2009 wieder “Die teuerste Stadt der Welt” und war vorher schon lange, lange die teuerste Stadt. Allerdings ist die Stadt nicht guenstiger geworden, sondern andere Staedte rund um die Welt sind an das Preisniveau von Tokyo herangewachsen. So bezahlt man hier fuer eine Hosteluebernachtung gerne mal 100 Franken pro Doppelbett. In Suedafrika kostete ein Doppelbett mit eigenem Bad noch 40.- Franken und in Australien noch 60.- Franken. Der Geldbeutel leidete hier. Trotzdem – die Stadt war etwas vom Besten seit langem.
Was uns ebenfalls aufgefallen war, waren die vielen Getraenke- und Snackmaschinen. An jeder Ecke standen sie. Getraenke, Technische Geraete, Frische Eier, Unterwaesche bis hin zu Reiseversicherungen koennen an den Maschinen erworben werden. In ganz Japan stehen soviele Maschinen, dass auf 23 Einwohner eine Maschine kommt. In Tokyo alleine also ueber eine halbe Million.

Das Haupteinkaufsviertel Ginza, wird immer am Wochenende Verkehrsfrei. In diesem Viertel Reihen sich die Designer Boutiquen und die grossen Einkaufshaeuser aneinander. Die Preise sind jedoch so hoch, dass wir ueberall nur ein bisschen schnuppern konnten. In Shibuya ueberquerten wir die meist fotografierte und gefilmte Kreuzung der Welt mit ihren riesigen Bildschirmen, um in die kleinen Gassen voller Shops und bezahlbaren Restaurants und Baren zu kommen. Hier liegt das Epizentrum von Japans bebender Jugendkultur. Es ist das Konsum- und Entertainmentparadies der Hauptstadtjugend, die hier gestylt wie Pueppchen oder ihre Lieblings-Manga Figur herumlaufen.
Ein Besuch im Elektroviertel Akihabara war auch ein Highlight. Die Strassen sind voll von Elektrospielzeug, in den Clubs und Cafe’s servieren Manga’s und sogenannte Pachinko’s (japanische Spielhallen) sind zu dutzenden vertreten.
Im Allgemeinen hat man hier das Gefuehl das die Japaner so langsam in einem Meer voller Elektrogeraete versinken. Und das nicht nur in Akihabara, auch Ausserorts wenn man an einem Pachinko vorbeigeht.

Auch hier nutzten wir wieder einmal die Gelegenheit die Stadt von einem Hochhaus aus anzuschauen. Dazu besuchten wir Abends das Main Observatory Deck im Tokyo Tower, eines der Wahrzeichen Tokyo’s, welcher sehr an den Eiffelturm von Paris erinnert. Das Main Observatory Deck befindet sich auf 150 Meter. Von hier aus konnte man auch auf das noch weiter oben (250 Meter) gelegene Observatory Deck gehen. Musste natuerlich nochmals zahlen und um die 90 Minuten Wartezeit durchstehen. Hier haben wir gespart und besuchten dafuer mal noch bei Tageslicht die Aussichtsplattform auf dem 243 Meter hohen Tokyo Metropolitan Government Building. Hier war der Eintritt frei und es war nicht so touristisch wie der Tokyo Tower.

Um ein bisschen aus der Stadt zu fliehen machten wir auch einen Spaziergang im koeniglichen Garten, gleich neben dem Palast wo seit mitte der Neunzigerjahre die Koenigsfamilie lebt.

Somit ging ein harter Monat mit unserer Asien City Tour zu Ende. Wir bekamen gute Gelegenheiten drei sehr verschiedene Hauptstaedte asiatischer Laender kennenzulernen und wissen wo wir wieder hingehen wuerden und wo nicht. Japan reizt uns sehr. Doch dafuer braeuchten wir einen sehr, sehr dicken Geldbeutel.

Wir flogen also am 9. Mai per Direktflug von Tokyo noch Honolulu. Dieser Tag war uebrigens der laengste in unserem Leben. Bis jetzt. Wir hoben abends um 19.30 Uhr in Tokyo ab und kamen am selben Tag, aber doch sieben Stunden spaeter, um 7.30 Uhr frueh in Honolulu an.

Die Hauptstadt von China war also an der Reihe. Nach unserer recht spaeten Ankunft im Beijing Fish Inn, machten wir noch einen Spaziergang um ein bisschen die Umgebung anzuschauen. So fanden wir heraus, dass wir ganz in der Naehe des Stadtteil Xidan wohnten, wo sich mehrere Shopping Center und somit auch immer Restaurants befinden. Wir nahmen diese Gegend also am naechsten Tag genaeuer unter die Lupe und versuchten uns in der Metro in Richtung Norden zum Houhai Lake zu bringen, wo sich angeblich viele Gelegenheiten anbieten sollten um eine Bar zu finden. Tatsaechlich reihte sich dort eine Bar an die andere. Aber die Preise waren europaeisch. Und das in China?! Die Fahrt in der Metro war uebrigens etwas vom Schlimmsten, dass wir in unserem Leben je durchmachen mussten. Man stelle sich ein Zugabteil vor mit geschaetzt einer Million draengelten Chinesen pro Quadratmeter. Und bei jeder Haltestation druecken die Hintersten ohne Ruecksicht auf Verluste nach draussen, als ob es um Leben oder Tod gehen wuerde. Und erst aussteigen lassen, dann einsteigen funktionierte sowieso nie. Zuerst steigen tausend Chinesen ein, dann erst steigen fuenfhundert Chinesen aus. Taxi fahren waere eine andere Alternative und waere nicht mal so teuer gewesen. Aber die Nerven, einem chinesischen Taxifahrer, der kein einziges Umlaut Englischkenntnisse besitzt zu erklaeren wo es hin gehen soll, besassen wir nach ein paar Fahrten nicht mehr. Und meistens verstehen die Fahrer nicht einmal Handzeichen. So beschraenkten wir uns wieder hauptsaechlich auf die Metro. Gegen den Schluss kauften wir uns dann aber ein Postkartenset mit Fotos von ein paar Sehenswuerdigkeiten und so konnten die Taxifahrer uns wenigstens zum Teil in die Naehe unseres Zieles fahren.
So, zurueck zum Thema:
Nach einer kurzen Regenphase in den ersten zwei Tagen besuchten wir am ersten schoenen Tag den Tiananmen Platz und die verbotene Stadt. Der Tiananmen Platz, der Platz des Himmlischen Friedens mit dem Denkmal an die Helden des Staates, ist mit seinen 40 Hektaren der groesste oeffentliche Platz der Welt. Auf ihm koennen sich bis zu einer Million Menschen versammeln.

In seiner Geschichte fanden auf dem Platz zahlreichen historisch bedeutsamen Massenkundgebungen statt: am 4. Mai 1919 den ersten Forderungen nach Demokratie und Liberalismus durch demonstrierende Studenten, am 9. Dezember 1935 den antijapanischen Protesten, mit denen zu einem Krieg des nationalen Widerstands aufgefordert wurde, 1966 den acht bühnenreif inszenierten Massenaufmärschen, die den Beginn der Kulturrevolution markierten und für die jedes Mal ca. eine Million Gardisten nach Peking befördert wurden, um auf die revolutionären Ideale eingeschworen und dann voller Schaffensfreude in die Provinzen entsandt zu werden, und im April 1976 der brutal unterdrückten, dem Gedenken an den früheren Premierminister Zhou Enlai (1898–1976) gewidmeten Qing-Ming-Demonstration.
Heute ist der Platz jedoch vor allem wegen der Ereignisse von 1989 bekannt, als Studenten und Arbeiter friedlich für Demokratie demonstrierten und Tausende am 4. Juni des Jahres vom chinesischen Militär getötet wurden.

Die verbotene Stadt war ebenfalls eine der ersten Anlaufstellen bei gutem Wetter. Der Kaiserpalast war das Zuhause fuer die Kaiserfamilien der Dynastien Ming und Qing von 1420 bis 1912. Wie der Name, die verbotene Stadt, erklaert, war der Zutritt der einfachen Bevoelkerung verboten.

Wir buchten dann noch eine Tour um die einwenig ausserhalb Pekings gelegenen Sehenwuerdigkeiten wie die Graeber der Ming und die chinesische Mauer zusehen. Die Tour war uebrigens der Horror und so mussten wir auf dem eigentlich nur 30-40 Minuetigen Hin- und Rueckweg zur Mauer in insgesamt 5 “velly velly special shop” gehen und dort mindestens 30 Minuten verbringen. Wir waren aber zum Glueck nicht die einzigen denen es so erging. Diese Shops waren naemlich alle voll mit Touristen die eigentlich nur die Mauer sehen wollten. Es muss also recht schwierig sein eine ehrliche Tour zu der Mauer zu finden. Einen oeffentlichen Bus nach Badaling haette es eigentlich auch gegeben. Aber die Busse sind meistens nicht weniger voll als die U-Bahn. Und so konnten wir auch gleich noch die Graeber der Herrscher der Ming Dynastie miteinnehmen. Zurueck im Hotel wurde dann bei den Damen an der Reception unseren negativen Kriterien freien Lauf gelassen und so reklamierten die Damen im Hotel direkt bei diesem Touranbieter wo wir gebucht haben, welche dann mit uns sprechen wollten. Die Touranbieter hatten jedoch nur wenig Einverstaendniss, da dies hier anscheinend ganz normal ist.

Wir zaehlten also schon die Tage bis wir endlich weiter nach Japan fliegen konnten. Besuchten noch das Olympische Zentrum und eine Kung Fu Show, die es wirklich in sich hatte. “Chun Yi – The Legend Of Kung Fu” hiess die Show und war schon auf der ganzen Welt auf Tournee.

Wir waren froh Peking zu verlassen, denn die Stadt hatten wir von Anfang an mit dem falschen Fuss betreten und freuten uns umso mehr auf unser viertes Asien Abenteuer – Tokyo.

Wie gesagt, nicht nur rosiges war in der 7 Millionen Stadt Bangkok zu erwarten. Denn schon seit mehreren Wochen schon wurde in der Stadt gegen die aktuelle Regierung demonstriert und die sogenannten Rothemden blockierten eines der fuer Touristen vielleicht interessanteste Viertel Bangkok’s. Wir hatten uns fuer einen kurzen Moment schon ueberlegt gar nicht erst einzureisen, aber dachten dann, dass es nicht so schlimm sein wird. War es zu Beginn auch nicht. Aber dass sich die Lage am letzten Tag unseres geplanten Aufenthaltes dramatisch zuspitzen wuerde, wussten wir noch nicht.

Nach einer ca. 10 Minuetigen Suche mit unserem Taxifahrer fanden wir unser Hostel in einer kleinen Seitengasse der Silomstrasse, Hauptstrasse des Finanzdistriktes. Das Hostel war eines der Besten, dass wir bis jetzt auf unserer Reise gesehen haben und mit dem aktuellen Eroeffnungsrabatt von 40% auch das guenstigste. Wir sind uns nicht sicher, ob wir vielleicht sogar die Ersten in unserem Zimmer waren. Ganz in der Naehe befand sich der Nachtmarkt in Patpong (zwei Strassen weiter) und in einem fuenf-zehn minuetigen Sparziergang, erreichte man problemlos die Skytrain Station Sala Daeng von wo aus man direkt nach Siam oder zum Central Pier am Chao Phraya, dem Fluss der durch Bangkok fliesst, gelangen konnte. Vom Central Pier war es einfach per Boot an ein Ziel im Norden zu gelangen. In Siam, dem touristischen Zentrum Bangkoks, waren aufgrund der Demonstrationen die meisten Shopping Center geschlossen und die Strasse gesperrt. In der Hoffnung, dass sich dies noch aendern wuerde, konzentrierten wir uns zu Beginn also mehr auf den Norden Bangkoks mit ihren beruehmten Tempel und dem Kaiserpalast. Der Palast ist das bedeutenste Wahrzeichen Bangkoks am Ufer des Chao Phraya und hat ueber 100 Gebaeude auf einer Gesamtflaeche von 200000 Quadratmeter. In dem Palast befindet sich auch der Wat Phra Kaeo, Tempel des Smaragd-Buddha, die am meisten verehrte Buddhastatue Thailands.
Gleich neben dem Palast befindet sich der Tempel Wat Pho, der Tempel des liegenden Buddha. Die liegende und vergoldete Buddhastatue ist 46 Meter lang und 15 Meter hoch.
Ebenfalls im Norden besuchten wir die bei Rucksackreisenden beruehmte Khao San Road. Dort reihen sich Hostels, Internet Cafes, Clubs, Bars und Shops aneinander und auf der Strasse koennen gefaelschte Studentenausweise gekauft werden mit denen man in den meisten Hostels oder bei Ausfluegen Rabatte erhaelt. Diese Strasse gilt bei vielen als Start- oder Endstation ihrer weiten Reise.
Als wir die Hoffnungen aufgaben, dass sich die Demonstranten zurueckziehen werden, besuchten wir schliesslich mehr die Gegend um Sukhumvit im Osten der Stadt, wo wir einen Spaziergang im Lumphini Park mit seinem kuenstlichen See machten und durch die Strassen schlenderten.

Ein Highlight war aber der Besuch der Moon Bar at Vertigo auf dem Wolkenkratzer des 5 Sterne Luxushotel Banyan Tree. Nach den vielen Wokenkratzer (zB. 88. Stockwerk in Melbourne) die wir bis jetzt bestiegen haben, war dieses hier doch schon fast spezieller. Es war zwar “nur” im 62. Stockwerk aber die Bar war Open Air. Und wir traffen zum richtigen Zeitpunkt ein als es noch hell war und verliessen die Bar im Stockdunkeln. Die Preise fuer die Getraenke waren zwar auch 5 Sterne fuer Bangkok, aber trotzdem noch nicht teurer als in der Schweiz in einer normalen Bar. Zum guten Glueck kann in Bangkok an den meisten Orten wo ein Dresscode herrscht, geeignete Klamotten gratis gemietet werden. So auch in den Tempel.

Da die Demonstranten ankuendigten, jetzt auch das Finanzviertel um Silom zu besetzen traffen an unserem drittletzten Tag hunderte von Polizisten und tausende Soldaten in unserer Strasse ein. Auch die Einwohner Bangkoks stellten sich langsam aber sicher gegen die Rothemden und so verteilten sie den ganzen lieben Tag Suessigkeiten, Erfrischungstuecher und kleine Geschenke an die Soldaten, die den ganzen Tag in voller Montur auf den erwarteten Angriff warteten.
Auch der Nachtmarkt in Patpong, der eigentlich jede Nacht am ca. 20 Uhr stattfindete blieb aus. Der Angriff der Demonstranten fand nicht statt, aber die Soldaten behielten ihre Stellung im Finanzdistrikt.
Am letzten Abend unseres Aufenthaltes wurde der Nachtmarkt jedoch wieder aufgestellt und alles sah wieder so aus, wie an unserem ersten Tag. Wir beschlossen also, unsere Einkaeufe in unser Zimmer zubringen, dann etwas essen gehen in Silom und dann noch ein letztes Mal durch den Nachtmarkt spazieren. Auf der Suche nach einem guten Nachtessen explodierten dann aber Granaten an unserer Skytrain Station Sala Daeng. Wir befanden uns ca. 150 Meter weiter hinten auf der Strasse. Und als dann bei der zweiten Explosion ein paar Sekunden nach der ersten die Strassenverkaeufer hektisch ihre Sachen zusammenpackten und die meisten Menschen in die andere Richtung rannten und die Soldaten auf die Strasse platzten, wussten auch wir, dass aus unserem gemuetlichen Nachtessen nichts mehr wird und wir besser noch kurz in ein 7/11 gehen sollten um was zu Essen fuer zu Hause kaufen sollten. In unserem Hostel verfolgten wir die ganze Geschichte weiter live im TV und es explodierten dann auch noch weitere Granaten auf der Strasse.

Wir waren dann doch froh, die Stadt am naechsten Tag verlassen zu koennen. Aber ansonsten hat uns Bangkok sehr gut gefallen.

Nachdem wir also in ein besseres Hotel in Legian eingecheckt haben, entschieden wir, dass es doch nocheinmal fuer einen Tag in den Norden gehen soll. Wir besuchten noch den Bali Safari Park in Gianyar um die indonesischen Tiger zusehen. Zudem leben hier auch asiatische Elefanten und viele andere Tiere. Anscheinend soll dieser Park besser sein als der Bali Zoo. Die weissen Tiger waren allerdings doch sehenswert.

Fuer die letzten Tage waren ansonsten nur noch Ausfluege auf die Suedhalbinsel (Bukit) und relaxen geplant. Wir mieteten also einen Motorroller und fuhren mal gegen Sueden. Stoppten am Surfbeach von Uluwatu und schauten von einem kleinen Cafe oberhalb der Klippen den Surfern zu. Im Wasser waren grob geschaetzt um die 60-70 Surfer und darunter hatte es doch noch ein paar sehr gute Koenner! Das war einer der schoensten Orte auf Bali, wie wir finden. Aber unsere Fahrt ging weiter. Einen weiteren Stopp legten wir im unspektakulaeren Uluwatu Tempel ein. Doch Tempel hatten wir in den letzten Wochen schon genug gesehen, so gings zuegig weiter in Richtung Norden. Der naechste Stopp sollte der anscheinend schoenste Strand Bali’s sein. Dreamland Beach. Wir fanden den Strand jedoch mehr dreckig und mit zuviel Menschen in und um dem Wasser. Allerdings fanden wir auch die meisten anderen Straende auf der Insel nicht besonders schoen. Aber wahrscheinlich sind wir in der juengsten Vergangenheit schon zu verwoehnt worden, was Straende angeht.

Wir genossen unsere Zeit auf Bali sehr und wuerden wieder zurueck kommen. Werden wir wahrscheinlich auch schon bald, denn an einem Wettbewerb im Bali Safari Park haben wir eine Woche in einem Super Hotel auf Bali, Thailand oder Indien gewonnen.

Weiter gings mit einem Flug der Billigflug-Airline AirAsia nach Bangkok, wo nicht nur rosiges auf uns wartete.

Wir flogen nun also unser naechstes Reiseziel an. Indonesien, genauer gesagt Bali, stand auf dem Programm. Und damit auch ein wesentlich anderer Kontinent, Asien. Schon mit dem ersten Schritt aus dem Flugzeug wurden wir von der warmen, feuchten Luft ueberrumpelt und standen dann 30 Minuten in der Warteschlange des Zoll’s um unser Visum fuer Indonesien zu erhalten. Endlich kamen wir raus aus dem Flughafen, doch da ging das Chaos erst richtig los. Von allen Seiten kommen sie angestroemt, Taxifahrer, Zimmervermittler, Gepaecktraeger. Von allen Seiten nur die Woerter “transport transport, cheap, do you need cheap room”. Recht anstregend, alles zu ignorieren und den Weg zum Taxischalter zu finden. Denn nur hier wird man bei der Ankunft nicht so extrem ueber den Tisch gezogen, wie bei den “freien” Fahrer. Die wissen naemlich genau, dass “western tourists” nach einem langen Flug sich eher abzocken lassen. Unsere erste Autofahrt auf asiatischem Boden ging also los. Die Verkehrsregeln sind eigentlich die gleichen wie auch in Australien oder Suedafrika, naemlich auch Linksverkehr etc. etc. Also eigentlich gleich wie in der Schweiz, einfach anders rum. So wie wir es uns jetzt schon von den letzten Monaten gewohnt sind. Nur werden die Regeln hier von niemandem eingehalten. Ueberholt wird, wo es Platz hat, auf einer Einbahn stoesst man gegen Gegenverkehr. Lichtsignale gibt es, werden aber meistens sowieso ueberfahren. Aber funktionieren tut’s trotzdem. Wir kamen nach 30 Minuten in unserem Bed and Breakfast, welches wir ein paar Tage zuvor noch in Perth gebucht hatten, an. Das Tanaya Bed and Breakfast war super, denn es war eine Art Tochter des Luxus Hotels Villa de Daun, welches sich ebenfalls in Kuta befindet. Vor der Tuer des B&B stand man naemlich schon mittendrin. Und hier war sehr viel los. Der Verkehr beruhigte sich nie, die Shops dicht aneinander gereiht, kannten keine Ladenschliesszeiten, Bar’s, Restaurant’s und Club’s reihten sich ebenfalls aneinander. Hier blieben wir fuer drei Naechte und gewoehnten uns langsam aber sicher an diese ganze andere Welt. Das ignorieren der aggressiven Strassenverkaeufer, die einem auch mal ueber 10 Meter folgen konnten, fiel jetzt auch immer leichter.

Wir nahmen nach drei Naechten in Kuta also ein Taxi nach Ubud, welches als das kulturelle Zentrum Bali’s gilt. In der Kleinstadt leben ca. 30’000 Menschen, die zum groessten Teil Hindu’s sind. Hier lernten wir auch unseren zukuenftigen Fahrer kennen, der uns vor unserem Hotel in Ubud sehr positiv auf uns zu kam. Auch seine Englischkenntnisse waren wesentlich besser als die vieler anderer Taxifahrer. So unternahmen wir an jenem Tag auch gleich einen Ausflug mit ihm in die naehere Umgebung. Er zeigte uns riesige Reisterrassen, spezielle Hindutempel und erzaehlte uns viel ueber die Kultur Bali’s. Das Highlight dieser Rundfahrt war jedoch der Geheimtipp des Fahrers: Den Besuch auf einer Kakao- und Kaffeeplantage, wo wir die verschiedenen Kaffee’s und die Schokolade degustieren konnten. Wir lernten auch den Sohn des Eigentuemers kennen, welcher uns alles erklaerte. Denn auf seinen 60 ha wuchs alles moegliche. Jegliche Fruechte, zum Beispiel Passionsfruechte, die wir direkt von den Baeumen pflueckten und assen, jegliche Gewuerze bis hin zum Tabak. Wir probierten auch ihre Spezialitaet, den Kopi Luwak (Luwak Kaffee). Am wichtigsten fuer die Herstellung dieses Kaffee’s ist die sogenannte Zibetkatze, von welchen ein paar auf den 60ha Land leben. Diese Katze frisst nämlich die Kaffeekirschen und deren süßes Fruchtfleisch, dass anschliessend im Magen der Katze verdaut wird. Den Kern, also die Kaffeebohne, scheidet die Katze auf natürlichem Wege wieder aus und wird dann von einem der Plantagearbeiter zusammengesammelt und dann weiter verarbeitet. Veredelt wird die Kaffeebohne im Magen-Darm-Bereich der Zibetkatze. Durch die Verdauungsenzyme und die Magensäure der Katze erhalten die Kaffeebohnen ihren besonderen Geschmack. Eine Tasse Salopp (Katzenkaffee) kostet in Kuta 25 US$. Geschmeckt hat’s uns. Unser Favorit war jedoch der Ginseng Kaffee, von welchem wir auch gleich einkauften.

Wir engagierten den selben Fahrer gleich fuer den naechsten Tag um uns an unser naechstes Ziel, Candi Dasa im Nordosten, zu fahren.
Auf dem Weg nach Candi Dasa stoppten wir im Bali Bird Park, welcher vorallem Cassi sehr gut gefallen hatte und dem Tempel Goa Lawah. Pura Goa Lawah heisst auf indonesisch Fledermaushoehle und genau das war sie auch. Die kleine Hoehle war voll von Fledermaeusen und gerochen hat es auch genau so. In Candi Dasa fanden wir eine Superunterkunft fuer zwei Naechte. Im kleinen Nachbarort, Padang Bai, buchten wir fuer den naechsten Tag einen Tauchgang mit einem U-Boot. Wir tauchten damit 30 Meter tief ins Meer zu den Korallen und einem alten gesunkenen Fischerschiff. Der Tauchgang dauerte 30 Minuten und war voellig ueberteuert. Dafuer war aber ein Gratis Mittagessen inklusiv bei dem wir voll zuschlugen.

Unsere Reise fuehrte uns dann nach Lovina Beach. Da es auf der Fahrt hauptsaechlich regnete und die Strassen eher zu Fluessen wurden, stoppten wir nicht mehr soviel. Gestoppt wurde noch beim ehemaligen Wasserpalast in Tirtaganga und bei einem Reisfeld. In Lovina fanden wir wieder eine sehr gute Unterkunft und buchten auch hier wieder fuer zwei Naechte. Am naechsten Tag mussten wir jedoch frueh raus, denn wir wollten mit einem typischen kleinen balinesischen Fischerschiff, mit Spinnenbeinen und Bambusstuetzraeder, raus aufs Meer zu den Delfinen, die hier jeden morgen um die selbe Zeit auftauchen. Und wir sahen tatsaechlich sehr viele davon. Um 8 Uhr waren wir auch wieder zurueck und konnten noch gemuetlich fruehstuecken. Fuer den naechsten Tag bestellten wir wieder unseren Fahrer aus Ubud hierher um uns nach Sanur zufahren, wo wir unsere letzte Woche Bali verbringen wollten. Er brachte uns dann auf dem Weg nach Sanur noch zum Ulun Danu Tempel am Bratansee, welcher halb hinduistisch und halb buddhistisch ist. Dieser Tempel ist der Wassergottheit Dewi Danau gewidmet. Mit dem gleich nebenan gelegenen botanischen Garten und dem Bratansee bildet sich hier eine wunderschoene Kulisse. Die Kroenung dieser Fahrt war aber ein weiterer Geheimtipp unseres Fahrers. Die Gold- und Silberschmuckfabrik in Batubulan. Wir erhielten hier einen Einblick in die Fabrikation von Silberschmuck, wo noch alles von Hand verarbeitet wird. 100 Angestellte hat UC Silver. Alles war aeuserst Eindrucksvoll. Einen Einblick in die Goldverarbeitung wurde uns verstaendlicherweise jedoch verwehrt. Schmuck von hier, welche uebrigens die groesste Fabrik in Bali ist, wird in der ganzen Welt verkauft.

Nach einem langen Tag kamen wir in Sanur an, wo wir wieder ein Hotel nach dem anderen checken und Zimmerpreise verhandeln mussten. Wir fanden ein sehr schoenes direkt am Strand. Das Hotel hat drei Swimmingpools, Spa etc. etc… Der Preis war zwar immer noch ueber unserem Budget, doch hatten wir in Australien und Suedafrika viel uebrig gemacht und dachten, dass wir uns dies nun fuer die letzte Woche zum relaxen goennen wuerden. Wir checkten hier also fuer sieben Naechte ein. Als wir am Abend dann jedoch zurueck ins Zimmer kamen stank es im Zimmer wie in der Klaeranlage, in der Dusche war ein Tausendfuessler und im Schlafzimmer eine Kakerlake. Und als wir am naechsten Morgen kalte Spiegeleier serviert bekamen, checkten wir gleich wieder aus. Ab ins naechste Taxi und nach Legian, ein Katzensprung von Kuta entfernt. Hier wohnen wir jetzt in einem viel besseren Hotel fuer 30% weniger.

Anfangs leicht ueberfordert, haben wir uns jedoch schnell an das Leben hier gewoehnt. Mittlerweile cruisen wir ohne Fahrlizenz mit einem gemieteten Motorbike durch Kuta und passieren jede Polizeikontrolle ohne Bestechungsgeld zu zahlen. Denn eines ist den Balinesen einzigartig: Ihr laecheln. Es reicht bis unter beide Ohren und ist jederzeit zu haben. Egal wie spaet es ist und egal wie genervt sie sind.
Mit einem laecheln erreicht man hier viel mehr.

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